Das Verfahren zur Anerkennung von im Ausland erworbener Abschlüsse ist sowohl für jene, die in akademischen Heilberufen arbeiten wollen, als auch für die, die in nichtakademischen Heilberufen eine ausbildungsadäquate Stelle finden wollen, kompliziert und erfordert einen langen Atem. Doch nicht nur die, die auf Anerkennung hoffen, sind herausgefordert. Auch jene,die das Anerkennungsverfahren durchführen, haben umfangreiche Aufgaben zu bewältigen. In Rheinland-Pfalz ist das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) die anerkennendeStelle. Seit 2016 kooperieren das LSJV und das IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz und beschleunigen und optimieren durch ihre fruchtbare Zusammenarbeit Prozesse im Sinne aller Beteiligten. Die Zeitschrift Clavis berichtet darüber im Interview in der Ausgabe 5-18 "Ausländische Fachkräfte für das Gesundheitswesen". 

Vor Kurzem ist die Website Faire Integration an den Start gegangen. Sie bietet einen Überblick über das bundesweite Beratungsangebot zu sozial- und arbeitsrechtlichen Fragestellungen für Geflüchtete in den Sprachen deutsch, englisch, arabisch. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und jene, die beabsichtigen in Deutschland eine Arbeit aufzunehmen, können sich auf der Website über Themen wie Arbeitsvertrag, Leiharbeit, Mindestlohn informieren. Darüber hinaus bietet die Website einen Überblick über Beratungsstellen in den jeweiligen Bundesländern. Ziel ist, das Geflüchtete die Möglichkeit haben, sich über ihre Rechte als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu informieren und sich dadurch vor Benachteiligung und Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt zu schützen. In Rheinland-Pfalz ist das Beratungsangebot Faire Integration beim Träger Mainzer Kompetenz Initiativen e.V. angesiedelt. Infos und Kontakt. 

Im Laufe des Jahres 2018 nahmen die Beratungsstellen Faire Integration in den IQ Landesnetzwerken ihre Arbeit auf. Inzwischen können sich Menschen mit Fluchterfahrung in allen 16 Bundesländern zu arbeits- und sozialrechtlichen Fragestellungen beraten lassen. Dazu liegen jetzt erste Zahlen vor: Von Ende 2017 bis zum 31. Oktober 2018 führten die 16 Beratungsstellen insgesamt 880 Beratungen (589 Erstberatungen und 291 Folgeberatungen) durch. Am häufigsten nahmen bisher Personen mit syrischer Staatsbürgerschaft (35,5%), gefolgt von Personen aus Afghanistan (9,3%), Eritrea (7,3%) und dem Irak (5,3%) die Beratung in Anspruch. Gegenstand der Beratungen waren vor allem Fragen zur Entlohnung, zum Arbeitsvertrag oder zu einer erfolgten Kündigung. Zum Beratungsangebot Rheinland-Pfalz geht es hier. Factsheet Faire Integration in Deutschland

Ratsuchende, Qualifizierungsteilnehmerinnen und –teilnehmer erreicht man mit am besten über social-media-Kanäle. Seit Kurzem ist das IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz mit einer Facebook-Präsenz am Start und informiert kurz und bündig über Neuigkeiten im eigenen Netzwerk, bei den Partnern und zu Themen, die die Zielgruppe der Ratsuchenden, aber auch alle Multiplikatorinnen und Mulitplikatoren interessieren. https://www.facebook.com/IQNetzwerkRLP/ freut sich über zahlreiche Likes, Kommentare oder das Teilen von Beiträgen.

ALEX steht für Arbeitsmarktlexikon und gibt Fachexpertinnen und -experten sowie all jenen, die sich für das Thema Migration und Arbeitsmarkt interessieren, präzise aufbereitete Informationen an die Hand. Rund 120 Artikel, die von einem interdisziplinären Team verfasst wurden, bieten Faktenwissen rund um den deutschen Arbeitsmarkt. Themen, bei denen es unterschiedliche Meinungen und Positionen gibt, wie zum Beispiel „Integration“ bzw. „Inklusion“, werden in verschiedenen wissenschaftlichen Lesarten und gesellschaftlichen Diskursen neutral dargestellt. Durch eine konsequente Verlinkung aller Fachbegriffe, eine einfach zu bedienende Suchfunktion sowie ausführliche Literaturempfehlungen regt ALEX zur tieferen Auseinandersetzung und Versachlichung bestehender Integrationsdebatten an. Direkt zur Website www.alex-iq.de 

Mitte November ist es soweit: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der "virtuellen sprachlichen Qualifizierung für Pädagoginnen und Pädagogen" absolvieren ihre TestDaF-Sprachzertifikatsprüfung (Test Deutsch als Fremdsprache). Hierfür bereiteten sie sich monatelang vor und nahmen am C1-Sprachkurs teil, der vornehmlich im virtuellen Klassenzimmer stattfand. Ende Oktober trafen sich die Teilnehmenden zum Präsenzseminar in Koblenz und lernten sich so auch einmal persönlich kennen. Im Zentrum des zweitägigen Treffens mit ihrer Dozentin Julia Stander vom Projektträger IBB Institut für Berufliche Bildung stand allerdings auch hier das intensive Training, um die anspruchsvolle Prüfung zu bestehen. Der erfolgreiche Prüfungsabschluss eröffnet den motivierten jungen Menschen mehr berufliche Perspektiven im pädagogischen Bereich.

 TN WE in Koblenz

Lernen für die anspruchsvolle Deutschsprachprüfung: Fadi Shaheen, Julia Stander, Maisaa Alsuleiman, Daria Roor, Rozana Zibar und Sylvia Poblete Hönemann (vlnr; Bild: IBB)

„Wir sind noch nicht einmal drei Jahre in Deutschland, und jetzt arbeite ich hier als approbierte Apothekerin. Vor einem Jahr war es noch ein Traum – jetzt ist er wahr geworden!” Shaza Asaad steht da in ihrem weißen Apothekerinnenkittel und strahlt. Wie ihr Kollege Hussam Helal hat sie an der ersten Qualifizierung „Apotheker für die Zukunft” teilgenommen, die im IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz durchgeführt wurde. Den Weg der beiden Syrer, die vor wenigen Jahren nach Deutschland kamen, die vielen Hürden, die sie nehmen mussten, eh sie ihr Ziel - endlich wieder in ihrem Beruf als Apothekerin und Apotheker arbeiten zu dürfen - erreichten, dokumentiert diese Broschüre

Für Personen, die ihren pädagogischen Abschluss im Ausland erworben und Sprachkenntnisse mindestens auf B2-Niveau haben, bietet die ProfeS GmbH in Landau, als Teilprojektpartner im IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz, eine neue Brückenmaßnahme an. Die Inhalte dieser pädagogischen Qualifizierung werden in 150 Unterrichtseinheiten als Blockseminare vermittelt. Start in Landau ist der 1. August, am 10. Dezember 2018 endet die Qualifizierung. Ziel ist, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Anschluss bundesweit bei Bildungsträgern bewerben und in der Erwachsenenbildung arbeiten können. Welche fachlichen Einsatzbereiche sie dann abdecken können, hängt von der Ausrichtung ihres jeweiligen Studiums ab. So könnten sie eingesetzt werden für die Durchführung von Coachingmaßnahmen und Bewerbungstrainings, oder als Dozenten für Weiterbildungen im kaufmännischen,gewerblich-technischen oder Dienstleistungsbereich. Weitere Informationen zum neuen Angebot sowie Kontaktmöglichkeiten finden Interessierte hier

 

Nachdem das Projekt „VIONA® – virtuelles Klassenzimmer, berufliche Qualifizierung“ bereits sehr erfolgreich im IQ Landesnetzwerk Niedersachsen läuft, können jetzt auch die Teilprojektträger im IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz Interessierten eine virtuelle Maßnahme anbieten. Angeboten wird die „Virtuelle und sprachliche Qualifizierung für Pädagoginnen und Pädagogen“, die ihren Hochschulabschluss im Ausland erworben haben und vom Sprachniveau B2 als Ausgangsvoraussetzung auf C1 gelangen. Ziel ist, dass sie im Rahmen der 240 Lehreinheiten ihre Kompetenzen erweitern, um hierzulande künftig bei einem Bildungsträger, einer Schule oder in der Erwachsenenbildung arbeiten zu können.

Durchgeführt werden die Qualifizierungen vom Institut für Berufliche Bildung (IBB). Wir sprachen mit Tammo Schäfer, der beim IBB die Projektverantwortung für VIONA hat. (Foto: IBB)  

Tammo Schäfer Projektkoordinator IBB

Große Wiedersehensfreude gab es bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der ersten Qualifizierung "Apotheker für die Zukunft" im IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz, die Anfang 2017 begann und Ende 2017 ihren Abschluss fand: Gut ein halbes Jahr nach Kursende traf sich ein Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder, um gemeinsam auf die Zeit der Qualifizierung zurückzublicken und sich über das, was seitdem passiert ist, auszutauschen. Von den insgesamt 16 Teilnehmenden haben bisher 12 erfolgreich im ersten Anlauf die Kenntnisprüfung absolviert. Einige arbeiten bereits als approbierte Apothekerinnen und Apotheker in Rheinland-Pfalz, andere sind gerade auf Stellensuche. Im Verlauf des Jahres werden auch die übrigen nach und nach ihre Kenntnisse als Pharmazeutinnen und Pharmazeuten unter Beweis stellen und die Prüfung versuchen, abzulegen. "Der Kurs hat uns wirklich geholfen. Wir hatten eine Orientierung, wie und was wir lernen sollten", sagt eine der Teilnehmerinnen beim informellen Zusammentreffen. Seitdem ist viel passiert: Ein zweiter Kurs, der Anfang 2018 startete, endete vergangene Woche. Und ein weiterer steht kurz bevor: Er beginnt im August und ist bereits ausgebucht. Auch für 2019 und 2020 sind Qualifizierungen für Apothekerinnen und Apotheker, die im Ausland ihren Abschluss erworben haben und hier gemäß ihrer Qualifikation arbeiten wollen, geplant. 

Abschlusstreffen Kurs 1 Apotheker für die Zukunft

 

   

 

 

 

 

 


Bild: MIP.Consulting