Welche besonderen Integrationspotenziale für Geflüchtete im ländlichen Raum bestehen und welche integrative Rolle haben dabei Vereine? Mit diesen Fragen setzten sich in Mainz bei der Veranstaltung "Zugezogen und dazugehören. Flüchtlinge im ländlichen Raum" über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus kommunaler, städtischer und Landesverwaltung sowie Ehrenamtliche und Hauptamtliche aus der Flüchtlingshilfe, Vertreter von Migrantenorganisationen und Bildungsträgern auseinander. Den Auftakt machte Staatsministerin Ulrike Höfken aus dem Landesministerium für Umwelt, Ernährung, Energie und Forsten mit einem Grußwort. Sie betonte, wie umfangreich die Anstrengungen seien, die die Landesregierung mit Aktivitäten in den vielfältigsten Bereichen – eben bis hinein ins Umweltministerium – vornimmt, um Flüchtlinge im Land erfolgreich zu integrieren.

Fachgespräch Runde3

In mehreren Diskussionsrunden ging es um das Thema Geflüchtete im ländlichen Raum. (Bild ism) 

 

Nach einer Auseinandersetzung mit den Begrifflichkeiten „Ländlicher Raum“ und „Integration“ durch das Vorstandsmitglied des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V., Prof. Dr. Werner Nell von der Universität Halle, als Einstieg ins Thema befasste sich die Veranstaltung mit den Realitäten in den Kommunen und Vereinen vor Ort.

Im Fachgespräch diskutierten Abdulkader Baki vom Landesverband Syrischer Akademiker in RLP e.V., Claudia Eider vom Landessportbund RLP, Dr. Fischer-Drumm, Lena Marx von der Verbandsgemeinde Gerolstein sowie Prof. Nell und Frank Zimmermann vom Verein Auxilium Mummerum e.V. gemeinsam mit dem Publikum die Frage, welche Rolle das Vereinswesen für die Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum spielt. Es konnte festgestellt werden, dass die Integration in eine Dorfgemeinschaft für zugezogene Deutsche und zugezogene Migranten in ähnlicher Form langwierig ist, und sich häufig in der lang andauernden Kennzeichnung als Zugezogene manifestiert. Große Zustimmung erhielt der Beitrag von Herrn Baki, dass der Status als Flüchtling nicht die erste Zuschreibung im täglichen Miteinander sein sollte. Viel eher solle es darum gehen, den einzelnen Menschen in den Vordergrund zu rücken und beispielsweise nach dem Beruf oder anderen Interessen zu fragen.

Im Schlusswort von Ulrike Pingel aus dem IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz und dem Landesbeauftragten für Migration und Integration Miguel Vicente wurde nochmal deutlich, dass die gesellschaftliche Integration von Menschen eine Aufgabe ist, die die ganze Gesellschaft betrifft und von allen Institutionen von der Landesregierung bis hin zu den lokalen Vereinen umgesetzt werden muss. Begleitpräsentationen zum Download. Vortrag W. Nell sowie Integration innovativ.