Seit 2001 ruft der UNHCR am 20. Juni den Weltflüchtlingstag aus, um die Stärke, den Mut und die Widerstandsfähigkeit von Menschen, die gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen, zu würdigen. Der diesjährige Weltflüchtlingstag bietet Anlass, einen Blick auf die Beschäftigungssituation von Geflüchteten in Deutschland zu werfen.

Immer mehr von ihnen nehmen eine Arbeit auf. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen und ausschließlich geringfügig Beschäftigten aus den acht Asylhauptherkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) ist im März 2018 auf ca. 289.000 gestiegen (IAB: Zuwanderungsmonitor, Mai 2018). Gleichzeitig lag im Mai die Zahl der als arbeitssuchend registrierten Geflüchteten bei 487.000 (Bundesagentur für Arbeit: Fluchtmigration, Mai 2018). Man kann also davon ausgehen, dass die Zahl der Beschäftigten mit Fluchthintergrund in den kommenden Jahren weiter steigen wird, unabhängig davon, wie sich die Zahl der gestellten Asylanträge in Deutschland entwickelt. Viele Menschen mit Fluchthintergrund sind im Niedriglohnbereich tätig. Aufgrund ihrer spezifischen Situation sind Geflüchtete generell besonders gefährdet, in prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu geraten. Unkenntnis über die geltenden Rahmenbedingungen und Unterstützungsstrukturen in Deutschland, ein nicht verfestigter Aufenthaltsstatus sowie eine prekäre finanzielle Lage erhöhen zudem die Gefahr, Opfer von Ausbeutung und Benachteiligung zu werden. Umso wichtiger ist es, Strukturen zu schaffen, die helfen, ihre Rechte als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer zu kennen und gegebenenfalls einzufordern. Genau hierfür wird bundesweit durch das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" das Beratungsangebot "Faire Integration" aufgebaut. Seit Kurzem gibt es diese Anlaufstelle auch in Rheinland-Pfalz: "Faire Integration Mainz" nennt sich das Angebot, das beim Europäischen Verein für Wanderarbeiterfragen (EVW) im DGB-Haus, Kaiserstraße 26-30 in Mainz angesiedelt ist. Der EVW ist damit Teil des Förderprogramms und Teil des IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz. Hierhin können sich geflüchtete Personen wenden und finden Beratung bei Fragen zu Arbeitsbedingungen sowie ihren Rechten und Pflichten im Arbeits-, Ausbildungs- oder Praktikumsverhältnis. Weitere Informationen und Kontakt