Große Wiedersehensfreude am 30. Januar 2018 im CJD Ludwigshafen:  Die Teilnehmer der IQ Qualifizierung für pädagogische und akademische Berufe in den Tätigkeitsfeldern „Beraten, Betreuen, Begleiten“ trafen sich zu einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung. 31 von ihnen hatten 2017 an der modular aufgebauten Qualifizierung teilgenommen. Viele von ihnen sind zwischenzeitlich ihrem Ziel, ausbildungsadäquat zu arbeiten sehr nah gekommen.

2018 Abschlussveranstaltung CJD Lu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Große Wiedersehensfreude bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der 2017er IQ Qualifizierung für pädagogische und akademische Berufe in den Tätigkeitsfeldern „Beraten, Betreuen, Begleiten“
(Foto: CJD Ludwigshafen)

 

Die aufgeweckte Gruppe setzte sich aus Menschen zusammen, die mit ausländischen Berufs- und Studienabschlüssen nach Deutschland gekommen waren, z.B. aus Ländern der Europäischen Union, der Russischen Föderation, aus der Ukraine, aus Kasachstan, Armenien, Iran, Afghanistan, China und aus arabischen Ländern. Das gemeinsame Band zwischen ihnen bestand in dem Ziel, in Deutschland möglichst an die erworbene Ausbildung im Heimatland anzuknüpfen. Dafür ist es notwendig, Zeugnisse und Abschlüsse anerkennen zu lassen und sich so weiterzubilden, dass eine Beschäftigung im erlernten Berufsfeld möglich wird.

Seit 2015 gibt es für diese Zielgruppe die „Qualifizierung Ludwigshafen“, die vom Träger CJD Ludwigshafen als Teil des IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz angeboten wird. Hier erhalten Ratsuchende Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung. Ebenfalls seit 2015 werden in diesem Rahmen auch sprachliche Qualifizierungen im Kontext des Anerkennungsgesetztes angeboten. Ela Wolny, die im CJD Ludwigshafen für die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung verantwortlich ist, erklärt: „Viele unserer Teilnehmenden haben einen Abschluss als Lehrerinnen und Lehrer, aber in der Regel fehlt das in Rheinland-Pfalz passende zweite Hauptfach. Dank ihrer pädagogischen Ausbildung sind sie aber als pädagogische Fachkräfte, z.B. in Kindergärten, Horten oder in der Betreuung Jugendlicher und Erwachsener gefragt. Wir schauen bei jeder Person genau, welche Berufe für sie in Frage kommen und welche Qualifizierungsbausteine sie dafür eventuell noch braucht.“ 

Eine zentrale Voraussetzung für die Berufstätigkeit von Akademikern ist sicherlich der Erwerb fortgeschrittener Sprachkenntnisse. Simone Mahgoub, als Lehrkraft verantwortlich für die Durchführung der Sprachlichen Qualifizierung, betont: „Wir haben die Prüfungsthemen der Deutschprüfungen B2 und C1 mit einem berufsbezogenen Kommunikationstraining verbunden, das funktionierte am besten in differenzierten Lerngruppen und mit der zusätzlichen Unterstützung durch eine Trainerin aus der systemischen Beratung. Außerdem konnten die Teilnehmenden davon profitieren, dass unsere Dozentin für das Sprachtraining gleichzeitig eine erfahrene Sozialpädagogin war.“ Inessa Pilipenko, Deutschlehrerin aus Russland, meinte zu ihrer Teilnahme an der Sprachlichen Qualifizierung: „Das war meine beste Zeit, obwohl es auch schwierige Tage gab. Der Kurs hat mich persönlich und beruflich weitergebracht.“ Ihre Erfolge: die bestandene C1-Prüfung, erste Unterrichtserfahrungen in der Erwachsenenbildung und eine Zulassung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Lehrkraft in Integrationskursen. Mit ihr schafften acht weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Telc Prüfung C1, acht erreichten das Zielniveau in der mündlichen Prüfung. Die anderen Teilnehmer absolvierten erfolgreich B2-Prüfungen, wurden auf Fachsprachkurse vorbereitet und bei der Arbeitsaufnahme unterstützt. Zum Abschlusstreffen konnten die meisten Teilnehmer stolz über ihren Start ins Berufsleben berichten. Auch Shadi Wafai aus Syrien: Ich erinnere mich, wie ich vergangenen März meine B2-Prüfung abgelegt habe; im Dezember habe ich C1 geschafft. Dazwischen musste ich meine Fachsprachprüfung für Apotheker bei der Landesapothekenkammer in Mainz bestehen und mir einen Arbeitsplatz suchen, um die Berufserlaubnis zu beantragen. Nun habe ich zwei Jahre Zeit für die letzte Prüfung: die Kenntnisprüfung für Apotheker, erst dann habe ich meine volle berufliche Anerkennung erreicht.“

Grund genug zum Feiern gab es also an diesem Abend im CJD. Die beiden Projektmitarbeiterinnen Ela Wolny und Simone Mahgoub würdigten die Anstrengungen der Teilnehmer mit einem Blumengruß und bedankten sich bei allen Lehrkräften. 2018 werden auch ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem IQ Projekt zu ihnen gehören, drei begannen bereits eine Honorartätigkeit in Erstorientierungskursen für Geflüchtete und anderen Projekten im Bereich Migration.