Busfahrerinnen und Busfahrer werden händeringend gesucht. Insbesondere in Ballungszentren ist der Bedarf groß und wird nach Auskunft von Daniel Gahr, dem Vorstandsvorsitzenden der Mainzer Stadtwerke weiter steigen. Daher hat man schon vor Jahren Maßnahmen eingeleitet, um dem Fachkräftebedarf zu begegnen. Eines der Leuchtturmprojekte ist die Qualifizierung von Busfahrern, die in Zusammenarbeit mit dem IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz seit zwei Jahren erfolgreich läuft. Jetzt nutzten die Verantwortlichen der Stadtwerke, des IQ Landesnetzwerks Rheinland-Pfalz mit dem Träger ARBEIT&LEBEN die Gelegenheit, um im Beisein der Qualifizierungsteilnehmer ein positives Zwischenfazit zu ziehen.


Busfahrerqualiifzierung in Mainz

Die Mainzer Stadtwerke freuen sich auf qualifizierte Verstärkung durch Geflüchtete.
(Foto: Mainzer Stadwerke AG) 

 

Im August 2016 konnten vier von 20 Qualifizierungsteilnehmenden aus ganz unterschiedlichen Ländern, darunter Syrien und Afghanistan, bereits eine Ausbildung beginnen, die sie voraussichtlich im Sommer 2019 beenden werden. Die anderen 16 begannen mit einem mehrmonatigen Qualifizierungskurs zur Vorbereitung auf die innerbetriebliche Fahrerschulung, von denen vier zum 1. Januar 2018 einen Anstellungsvertrag als Busfahrer in Mainz bekommen haben. 12 der 16 sind weiterhin im Programm und werden auf die Grundqualifikation der IHK vorbereitet, die die Teilnehmer vor große Herausforderungen stellt, da sie auf Muttersprachenniveau (Deutsch) und mit spezifischer Fachsprache absolviert werden muss. 2017 starteten wieder elf Geflüchtete ein Qualifizierungsprogramm, zwei haben bereits ihre Ausbildung begonnen. Die anderen haben ebenfalls schon eine Einstellungszusage seitens der Mainzer Stadtwerke. Sie können parallel zur sprachlichen Weiterbildung über ARBEIT&LEBEN mit dem Erwerb der Führerscheine B und D starten. „Die Mainzer Mobilität ist mit den bisherigen Erfahrungen des Projekts mehr als zufrieden, daher werden wir versuchen, weiterhin solche Programme anzubieten“, so Stadtwerke-Vorstand Gahr. Für Gabriele Schneidewind, Geschäftsführerin von ARBEIT&LEBEN, war diese Qualifizierung „IQ Rheinland-Pfalz – Brücke in den Arbeitsmarkt. Ein branchenspezifisches Vermittlungsprojekt von Flüchtlingen in Arbeit“ von Anfang an ein Herzensprojekt. Ihr Lob galt den Teilnehmern dieser anspruchsvollen Qualifizierung mit der hohen Hürde "IHK-Prüfung". "Sie verdienen großen Respekt für ihre tolle Motivation über einen so langen Zeitraum."