Am 18.05.2017 veranstaltete das Teilprojekt InProzess im Rahmen vom IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz einen Workshop mit Fachleuten aus der Arbeit mit Geflüchteten sowie Medienvertreterinnen und Medienvertretern, um über die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in Rheinland-Pfalz zu sprechen.

Ziel war es, die Expertinnen und Experten beider Seiten - sowohl aus der direkten Arbeit mit Geflüchteten als auch aus der Medienberichterstattung - in einen offenen und unzensierten Austausch darüber treten zu lassen, welche positiven und negativen Entwicklungen in der konkreten Arbeit und Berichterstattung über dieses Thema es gibt und welche Herausforderungen derzeit im Land zu bewältigen sind. Gerade in Zeiten, in denen rechte Strömungen wieder zunehmend Druck auf beide Felder ausüben, sollte dieser Workshop die enge Zusammenarbeit zwischen den Medien und der Flüchtlingsarbeit stärken. 

Prof. Werner Nell, Vorstandsmitglied des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. und Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Luther-Universität Halle-Wittenberg, leitete die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag ein, in dem es um das Verhältnis von Wahrheit und Lüge in Medienberichten ging. Während die Lüge darauf zielt, dass sie geglaubt und für wahr gehalten wird, sei die „Trump-Falle“, die Strategie, dass Mediennutzer die Unterscheidung zwischen Lüge und Wahrheit für irrelevant halten, weil sie sich sowieso im Recht fühlen.

Anschließend gab es eine offene Diskussion mit allen Teilnehmenden zu den Fragen, welche Herausforderungen sie in der Arbeit mit Flüchtlingen derzeit sehen und wie die Medienberichterstattung damit umgehen kann. Angesichts der starken Abhängigkeit der Medien von Einschaltquoten und Auflagenhöhe ist die Themensetzung für Medienschaffende nicht nur von der sozialen Bedeutung von Themen abhängig. Gleichzeitig herrscht in den zu vermittelnden Themen eine hohe Komplexität, die jedoch den Nutzerinnen und Nutzern von Medien im Sinne einer aufgeklärten Öffentlichkeit durchaus zugemutet werden kann. Zum Schluss bot sich für die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen und weitergehende Recherchen zu besprechen.

Workshop Medien und Fachleute