Jochen Lang, Geschäftsführer der Akademie der Ingenieure (AkadIng), blickte in 21 glückliche Gesichter. Der Grund: 21 Männer und Frauen aus dem Iran, Syrien, Spanien, Aserbaidschan und vielen anderen Ländern, hatten in den vergangenen vier Wochen an der Ingenieurqualifizierung im Rahmen des IQ Landesnetzwerks Rheinland-Pfalz teilgenommen und nun erfolgreich ihre Prüfung abgeschlossen, sodass sie ihr Zertifikat in Mainz entgegennehmen durften. Außer der Zertifikatsübergabe konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch direkt in Kontakt mit Unternehmensvertreterinnen und -vertretern treten. Wilhelmina Kratzschmann vom IGB Ingenieurbüro Katzschmann in Mannheim, Stefan Hage von HW Ingenieur Consult und Achim Knacksterdt vom US Army Corps of Engineer in Wiesbaden präsentierten ihre Unternehmen und ihren Personalbedarf. "Wir suchen händerringend Bauingenieure, die Spaß an der Projektüberwachung haben und bereit sind für Reisetätigkeiten", erklärte Stefan Hage. Er hatte kurz vorher von der Veranstaltung, die den Abschluss der vierwöchigen Ingenieurqualifizierung darstellte, erfahren, und reiste von seinem Standort, Grafschaft-Ringen im Landkreis Ahrweiler, nach Mainz. Hage hoffte, interessante Kontakte zu knüpfen zu potenziellen Kandidaten für sein Unternehmen. "Wir brauchen mindestens einen Bauingenier oder eine Bauingenieurin, eventuell auch zwei und wissen, dass wir auf Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund angewiesen sind. Das ist die Zukunft", so der Geschäftsführer des mittelständischen Unternehmens, der den Ingenieurmangel am eigenen Leib zu spüren bekommt. 

Ingenieurqualifizierung 2016 Abschluss

Strahlende Absolventen der Ingenieurqualizierung 2016 in Mainz

"Wir bleiben so lange dran und begleiten Sie, bis Sie eine Arbeitsstelle finden", sagte Jochen Lang in seiner Eröffnungspräsentation, bevor er feierlich die Zertifikate überreichte und die Teilnehmenden ermutigte, die Gelegenheit zu nutzen, um mit den anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmern zu sprechen. Viele der Qualifizierungsteilnehmenden waren bestens vorbereitet auf den Austausch und hatten ihre Bewerbungsmappen dabei. Einer von ihnen ist Amir Hossein Welk, der die Prüfung am Ende der Ingenieurqualifzierung als Bester absolvierte. Der 25Jährige kam vor zweieinhalb Jahren aus dem Iran nach Deutschland. Im Iran hat er Elektroingenieurwesen studiert, jetzt will er in Deutschland eine Stelle finden, die seiner Ausbildung gerecht wird. Sehr gerne würde er sein Wissen und sein Know-how im Bereich Projektmanagement vertiefen, denn darin hatte er Arbeitsschwerpunkte im Iran. "Die Ingenieurqualifizierung war, auch wenn sie sich speziell an Bauingenieure richtet, für mich interessant und hilfreich. Denn gerade Themen wie Projektmanagement, Kosten und Energieeffizienz konnte ich hier vertiefen und mir weiteres Wissen aneignen", so das Fazit von Amir Hossein Welk. Die Ingenieurqualifizierung in Mainz war bereits die zweite nach 2015. Auch in 2017 wird es wieder eine Maßnahme geben, die sich an Ingenieurinnen, Ingenieure, Architektinnen und Architekten sowie Planerinnen und Planer richtet.